Wie laut ist ein Güterzug wirklich?

Erklärt so, dass es jeder versteht. Mit den echten Zahlen vom Bahnlärm-Radar.
44 dB
Das empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Obergrenze für Bahnlärm in der Nacht.
So laut wie: ein ruhiges Wohnzimmer, in dem der Kühlschrank leise brummt.
98,5 dB
So laut war der lauteste Zug heute Nacht am Messpunkt Velden.
So laut wie: ein Presslufthammer ein paar Meter neben deinem Bett.
Das ist 44-mal so laut, wie die WHO nachts erlaubt.

Warum "54 dB mehr" nicht ein bisschen mehr ist, sondern eine Explosion

Dezibel sind eine Trick-Skala: Alle 10 dB verzehnfacht sich die Schallenergie. Nicht plus zehn Prozent. Mal zehn. Und dein Ohr empfindet alle 10 dB ungefähr als doppelt so laut.

Von 44 dB auf 98,5 dB sind es 54,5 dB Unterschied. Das bedeutet: In einem einzigen vorbeifahrenden Güterzug steckt so viel Schallenergie wie in 282.000 Zimmern gleichzeitig, die alle genau an der WHO-Grenze liegen.

Oder anders: Du bräuchtest ungefähr 7 Millionen flüsternde Kinder (30 dB pro Kind), um zusammen auf die Schallenergie dieses einen Zuges zu kommen.

Probier es selbst: Der Lautstärke-Schieberegler

Zieh den Regler und schau, was das im Alltag bedeutet und wie es sich im Vergleich zur WHO-Nachtgrenze anfühlt.

44 dB WHO-Grenze
98,5 dB Zug
70 dB
eingestellt
6x
so laut wie die WHO-Grenze (gefühlt)
400x
so viel Schallenergie wie die WHO-Grenze

Drei Merksätze zum Weitersagen

Ehrlichkeit im Kleingedruckten: Alle Werte sind A-bewertete Schallpegel (dB). Die Faustregeln lauten: +10 dB = 10-fache Schallenergie, gefühlt etwa doppelt so laut (so beschreibt es die Hörforschung). Die Alltagsbeispiele sind Richtwerte, wie man sie bei Umweltbundesamt und WHO findet. Der Zug-Spitzenwert kommt live aus unserem Messnetz und ist der lauteste gemessene Wert der letzten Nacht. Solange die Sensoren noch nicht montiert sind, zeigt die Seite Simulationsdaten und sagt das auch dazu. WHO-Quelle: Environmental Noise Guidelines 2018, Empfehlung für Schienenverkehrslärm nachts unter 44 dB.